Geistige Fitness ist kein Zufall

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Geistige Fitness hängt von vielen Faktoren ab. Neben Bewegung und Ernährung rücken auch bestimmte Pflanzenstoffe und Zellbausteine in den Fokus der Forschung. Namen wie Bacopa monnieri oder Phosphatidylserin tauchen dabei immer häufiger auf.

Das Gehirn ist je nach Lebensphase unterschiedlich gefordert. Kinder und Jugendliche brauchen Strategien, um sich in der Schule zu konzentrieren und Neues zu lernen. Erwachsene müssen im oft hektischen Berufs- und Familienalltag geistig leistungsfähig bleiben. Und im Alter geht es vor allem darum, Gedächtnis und kognitive Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten.

Das Gehirn braucht viel Energie

Damit unser Gehirn all diese Aufgaben bewältigen kann, braucht es vor allem eines: Energie. Ganze 20 Prozent der Energie, die wir über die Nahrung aufnehmen, entfallen auf das Gehirn. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie viel Energie zur Verfügung steht, sondern auch, wie gleichmässig sie dem Gehirn zugeführt wird.

Das Gehirn kann selbst keine Energie speichern. Es ist deshalb darauf angewiesen, dass ständig Glukose über das Blut bereitgestellt wird. Schwankt der Blutzuckerspiegel stark, kann sich das durch Konzentrationsprobleme oder Müdigkeit schnell bemerkbar machen.

Konstante Energie statt Auf und Ab

Schnell verfügbare Kohlenhydrate, etwa aus Zucker oder sehr süssem Obst, liefern kurzfristig Energie. Sie lassen den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen, oft gefolgt von einem ebenso schnellen Abfall. Für länger anhaltende geistige Leistung gelten daher Lebensmittel mit langsam verdaulichen Kohlenhydraten als günstiger. Dazu gehören etwa Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder Hafer. Sie werden im Körper langsamer aufgespalten und stellen über längere Zeit Energie bereit. Das hilft, den Blutzuckerspiegel stabiler zu halten. Auch Eiweiss, gesunde Fette sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe tragen zur normalen Funktion des Nervensystems bei. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung bleibt deshalb die wichtigste Grundlage für geistige Fitness.

Bacopa monnieri und kognitive Gesundheit

In der ayurvedischen Medizin wird Bacopa monnieri seit Jahrhunderten verwendet. Die kleine Wasserpflanze, auch als Brahmi bekannt, wird dort unter anderem mit Gedächtnis, Konzentration und geistiger Ausdauer in Verbindung gebracht. Zunehmend interessiert sich auch die moderne Forschung für diese traditionelle Anwendung. Studien deuten darauf hin, dass Inhaltsstoffe der Pflanze – sogenannte Bacoside – verschiedene Prozesse im Gehirn beeinflussen könnten. Diskutiert werden unter anderem antioxidative Eigenschaften sowie mögliche Effekte auf Botenstoffe im Nervensystem und, damit verbunden, eine verbesserte Übertragung von Nervenimpulsen. Auch wenn die wissenschaftliche Datenlage noch nicht einheitlich ist, sehen Forschende viel Potenzial in dieser Pflanze.

Phosphatidylserin für Konzentration und Gedächtnis

Ein weiterer Stoff, der im Zusammenhang mit geistiger Leistungsfähigkeit immer wieder genannt wird, ist Phosphatidylserin. Dieser natürliche Baustein der Zellmembranen im Gehirn unterstützt die Kommunikation zwischen Nervenzellen und ist damit eine wichtige Grundlage für Gedächtnis und Konzentration. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Supplementierung mit Phosphatidylserin die kognitive Leistung unterstützen kann, besonders bei älteren Menschen oder in Phasen hoher Belastung. Die Effekte treten meist erst nach mehreren Wochen ein, da das Nervensystem Zeit braucht, um sich zu stabilisieren.

Oft wird Phosphatidylserin zusammen mit Pflanzenstoffen wie Bacopa monnieri eingesetzt, um Gehirn und Gedächtnis doppelt zu unterstützen.

Mikronährstoffe für das Nervensystem

Auch klassische Vitamine und Mineralstoffe sind für das Gehirn wichtig. Sie unterstützen die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen und tragen zum Energiestoffwechsel bei. Besonders häufig werden dabei die B-Vitamine genannt. Sie spielen eine Rolle bei der Bildung verschiedener Neurotransmitter – also Botenstoffen, mit denen Nervenzellen miteinander kommunizieren. Auch andere Nährstoffe tragen zu normalen Gehirnfunktionen bei. Eisen etwa hilft beim Sauerstofftransport im Blut, während Vitamin E Zellmembranen vor oxidativem Stress schützen kann.

Von Bewegung bis zum Schlaf

Nebst der Ernährung beeinflussen viele weitere Aspekte unseres Lebensstils die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Bewegung etwa fördert die Durchblutung nicht nur des Körpers, sondern auch des Gehirns. Gleichzeitig werden dabei verschiedene Signalmoleküle freigesetzt, die mit der Bildung neuer Nervenzellverbindungen in Verbindung gebracht werden. Auch Schlaf spielt eine zentrale Rolle: Während wir schlafen, verarbeitet das Gehirn Eindrücke des Tages und stabilisiert Erinnerungen. Das Gehirn bleibt zudem ein Leben lang ein lernfähiges Organ. Neue Herausforderungen wie das Erlernen einer Sprache, eines Instruments oder das Spielen mit Enkelkindern halten die Nervenzellen aktiv und das Gedächtnis leistungsfähig.

Einfache Gewohnheiten für geistige Fitness

Kleine Alltagsentscheidungen können langfristig einen Unterschied machen.

  • Regelmässige Bewegung

    Regelmässige Bewegung – schon Treppensteigen und Spaziergänge zählen.

  • Ausreichend trinken

    Ausreichend trinken, idealerweise Wasser oder ungesüsste Getränke.

  • Genügend Schlaf

    Genügend Schlaf für Regeneration und Gedächtnisbildung.

  • Stressphasen reduzieren

    Stressphasen reduzieren und bewusst ausgleichen.

  • Neues lernen

    Neues lernen: Sprachen, Musik, Spiele oder Bücher.

Ein Leben lang fit im Kopf

Unser Gehirn verändert sich ein Leben lang und bleibt erstaunlich anpassungsfähig. Wie gut es arbeitet, hängt von vielen Faktoren ab. Eine ausgewogene Ernährung, regelmässige Bewegung, ausreichend Schlaf und geistige Herausforderungen bilden dabei die Grundlage. Ein gesunder Lebensstil lohnt sich also nicht nur für den Körper, sondern auch für Konzentration, Gedächtnis und geistige Leistungsfähigkeit.

Daneben rücken auch bestimmte Nähr- und Pflanzenstoffe zunehmend in den Fokus der Forschung. Substanzen wie Bacopa monnieri oder Phosphatidylserin werden intensiv untersucht und könnten künftig eine noch wichtigere ergänzende Rolle für die geistige Fitness spielen.

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