Seit über 25 Jahren auf Folsäure-Mission
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Als ihre Tochter mit einem offenen Rücken zur Welt kam, wusste die ehemalige Skirennfahrerin Maria Walliser nichts über Folsäure. Heute engagiert sie sich mit viel Herzblut dafür, dass in der Schweiz mehr Menschen über das lebenswichtige Vitamin Bescheid wissen.
Interview mit Maria Walliser, Präsidentin der Stiftung Folsäure Schweiz
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Frau Walliser, Sie engagieren sich seit einem Vierteljahrhundert für die Stiftung Folsäure Schweiz. Wie kam es dazu?
Unsere Tochter Siri wurde 1991 mit einem offenen Rücken geboren – einer sogenannten Spina bifida. Damals sprach kaum jemand über Folsäure. Durch die Medienberichterstattung gelangte das Thema erstmals an eine breitere Öffentlichkeit. Als ich im Jahr 2000 angefragt wurde, die Stiftung Folsäure Schweiz als Botschafterin zu unterstützen, habe ich mit Überzeugung zugesagt.
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Was macht Folsäure eigentlich so wichtig?
Folsäure, auch bekannt als Vitamin B9, ist unverzichtbar für die Zellteilung. Besonders Frauen mit Kinderwunsch sollten gut mit diesem Vitamin versorgt sein, idealerweise bereits drei Monate vor der Empfängnis. Studien zeigen, dass sich so Geburtsfehler wie Spina bifida oder Herzfehler um mehr als 50 Prozent reduzieren lassen. Zudem zeigen neuere Forschungen, dass Folsäure auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz, Depressionen, Hyperaktivität oder der Spermaqualität eine wichtige Rolle spielen könnte.
«Studien zeigen, dass sich so Geburtsfehler wie Spina bifida oder Herzfehler um mehr als 50 Prozent reduzieren lassen.»
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Trotzdem steht es mit der Folsäure-Versorgung in der Schweiz nicht zum Besten.
Das stimmt und hat einen einfachen Grund. Anders als in über 80 Ländern wird in der Schweiz das Mehl nicht mit Folsäure angereichert. Genau deshalb ist unsere Aufklärungsarbeit so wichtig. Wir informieren, beraten und unterstützen Familien, die direkt betroffen sind – etwa durch Feriencamps, Inklusionsprojekte oder Familienskitage. Das ist gelebte Prävention und konkrete Hilfe zugleich.
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Wie finanziert sich diese Arbeit?
Unsere Projekte werden durch Partner aus der Wirtschaft, Stiftungen und private Gönner:innen ermöglicht. Neu gibt es die Plattform folsäure-hilft.ch, über die man gezielt Projekte unterstützen oder spenden kann.
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Wofür setzt die Stiftung die Spenden konkret ein?
Unsere wichtigste Aufgabe ist die Aufklärung von Frauen im gebärfähigen Alter. Weil jede Generation neu aufgeklärt werden muss, investieren wir kontinuierlich in Informationskampagnen. Ein Teil unserer Mittel fliesst in Infomaterial für Arztpraxen, Kliniken und Spitäler. Dort können wir Frauen früh erreichen, idealerweise bevor eine Schwangerschaft eintritt. Ausserdem entwickeln wir Schulmaterial für Jugendliche und erweitern unser Angebot laufend um mehrsprachige Inhalte, damit auch Menschen mit Migrationshintergrund gut informiert sind. Zusätzlich unterstützen wir betroffene Familien direkt und ermöglichen so wichtige Angebote wie Camps, Austauschformate oder Inklusionsprojekte.
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Was motiviert Sie persönlich, weiterzumachen?
Wenn ich sehe, wie unsere Tochter Siri heute auf dem Monoskibob den Hang hinunterfährt, geht mir das Herz auf. Sie zeigt mir jeden Tag, was möglich ist und wie wichtig es ist, sich für Prävention starkzumachen.
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